Textsammlung zum 13.12.2025

Gewalt gegen Fans
Fans stellen für die Polizei ein besonderes Experimentierfeld dar - besonders Fußballfans sind davon betroffen. Sie werden von Polizeibehörden häufig pauschal als „große, teils aggressiv auftretende Menschenmassen“ betrachtet und dienen als Testfeld für neue Einsatzstrategien. Diese Strategien stehen oft in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Geschehen und führen dazu, dass Fans massiver Polizeigewalt und Repression ausgesetzt sind. Doch der polizeiliche Eifer endet nicht an den Stadiontoren: Erst im Oktober wurden Sozialarbeiter*innen zu Geldstrafen von über 15.000 Euro verurteilt, weil sie sich auf ihre Schweigepflicht beriefen und keine Aussage gegen Fans machen wollten. Zeugnisverweigerungsrecht, Vertrauen und Schweigepflicht in sozialen Berufen? Für Polizei und Justiz scheinen diese Prinzipien zweitrangig - entscheidend ist offenbar, wie weit sie gehen können, ausgetestet an der Fanszene. Die daraus resultierende Repression hat dazu geführt, dass sich innerhalb vieler Fanszenen Strukturen der Antirepressionsarbeit etabliert haben, wie etwa die Braun-Weisse Hilfe des FC St. Pauli, die Betroffene unterstützt und Polizeigewalt dokumentiert.