140 Jahre Haymarket Riot
Die Geschichte vom Widerstand ist sehr vielfältig.
Die Geschichte macht uns mutig.
Die Geschichte warnt uns vor Fehlern und macht uns vorsichtig.
Die Geschichte gibt uns Träume und Wünsche für eine bessere Zukunft.
Die Geschichte macht uns neugierig, wie wir unser Leben besser machen können.
Die Geschichte zeigt uns, dass wir im Zusammenleben mit anderen neue Ideen ausprobieren können.
Sie zeigt uns, dass jede kleine Verbesserung ein wichtiger Schritt zu einer freieren Welt ist.
Die Geschichte wurde schon oft erzählt.
Aber das Ende der Geschichte ist noch nicht bekannt.
Geschichte bedeutet oft Wiederholung.
Es geht um Widerstand, Veränderungen und neue Ideen.
Jede Geschichte passiert in ihrer eigenen Zeit.
Unsere Zeit ist jetzt.
Für uns Anarchist*innen ist es wichtig, die Geschichte klar und ehrlich zu erzählen.
Wir verschönern die Geschichte nicht.
Wir übertreiben sie nicht.
Wir sprechen auch über Dinge, über die niemand reden will.
Wir wollen Geschichte verstehen. Nicht aus Gier nach Macht oder Geld.
Wir suchen Wissen, Verständnis und wir wollen handeln können.
Unsere Träume von einer besseren Welt verbrennen nicht alles, um neu zu beginnen.
Unsere Träume beginnen da, wo wir die Geschichte verstehen und daraus lernen.
Wir wollen nicht immer wieder die gleichen Fehler machen.
Wir wollen nicht nur die Folgen von Problemen bekämpfen.
Wir wollen die Ursache von Problemen erkennen und ändern.
Die Ursachen haben Namen. Zum Beispiel Rassismus, Unterdrückung, Faschismus, Kapitalismus, Patriarchat und andere.
Diese Probleme gibt es schon sehr lange.
Sie sind tief in der Geschichte verwurzelt.
Wir wollen diese Wurzeln verstehen.
Wir möchten sie ausreißen und die Welt zum Guten verändern.
Das bedeutet: Wir kämpfen gegen Ideen, die Menschen schaden.
Manchmal braucht es Mut und Widerstand, um unsere Ziele zu erreichen.
Manchmal müssen wir Dinge verändern, damit alle Menschen gut leben können.
Der Haymarket Riot am 1. Mai 1886.
Am 1. Mai 1886 begann in Chicago ein großer Streik.
Die Menschen wollten weniger arbeiten: Nur noch 8 Stunden am Tag statt 12 Stunden.
Es gab mehrere Tage Proteste. Viele Arbeitende machten mit.
Die Ereignisse dort heißen Haymarket Riot, Haymarket Affair oder Haymarket Massaker.
Seitdem feiern Arbeiter*innen und Gewerkschaften am 1. Mai ihren Kampf für bessere Arbeitsbedingungen.
Am vierten Tag wurde bei einer Versammlung eine Bombe auf die Menge geworfen.
Acht Polizisten starben.
Es sind auch Protestierende gestorben, aber niemand weiß, wie viele.
Man weiß bis heute nicht, wer die Bombe geworfen hat.
Vielleicht wurden Polizisten auch im Chaos aus Versehen erschossen.
Vor allem aber wurden viele Protestierende getötet.
Wer war schuld?
Der Staat und seine Polizisten hatten die Gewalt und Macht.
Bis heute ist nicht klar, wer die Bombe geworfen hat.
Die Geschichte wurde von Menschen mit Macht aufgeschrieben.
Nicht von den Menschen, die betroffen waren.
Menschen mit Macht erzählen die Geschichte oft so, wie es ihnen gefällt.
Viele verletzte oder getötete Protestierende wurden nicht gezählt.
Die Angst vor Verfolgung war groß. Die Verletzten trauten sich nicht zum Arzt.
Deshalb weiß niemand genau, wie viele Menschen verletzt oder getötet wurden.
Sieben Redner wurden zum Tod verurteilt.
Nicht, weil bewiesen wurde, dass sie Schuld hatten.
Nur, weil sie mutige Reden gehalten haben.
Man sagte, der unbekannte Täter wollte das, was die Redner gesagt haben.
Auch Frauen wie Lucy Parsons waren wichtige Kämpferinnen.
Aber Frauen werden oft vergessen oder nicht anerkannt.
Viele Mächtige haben das so gewollt.
Aber auch die eigene Bewegung hat Frauen oft nicht genug beachtet.
Und das passiert bis heute.
Der Text hier ist nur ein kleiner Teil der ganzen Geschichte.
Wir wollen euch neugierig machen.
Lest mehr nach und lernt dazu.
Man kann nicht alles in Social Media Posts lesen.
Die Gruppe „Weathermen“ hat das Unrecht gesehen und gehandelt.
Sie wollten das Leben der arbeitenden Menschen verbessern.
Nicht die der Mächtigen, die andere unterdrücken.
Die Erinnerung an den 1. Mai ist wichtig.
Wir erinnern uns an die Menschen, die für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft haben.
Wir erinnern uns, damit wir weiter Kraft haben für unsere Kämpfe.
Auch in den USA der 1960er und 1970er Jahre haben Menschen gekämpft.
Die Gruppe „Weathermen“ hat ein Denkmal für die toten Polizisten gesprengt.
Dadurch wurde die Statue nicht mehr öffentlich gezeigt.
Jetzt steht sie an einem sicheren Ort bei der Polizei.
Mit diesem Denkmal wurde vielen Arbeiter*innen auf der ganzen Welt weh getan.
Denn viele Polizisten haben den Streik brutal beendet.
Den ermordeten Arbeiter*innen und Streikenden wurde kaum gedacht.
Sie haben kein großes Denkmal bekommen.
Ein Denkmal für die Polizisten lässt viele Arbeiter*innen hören: Ihr seid nicht so wichtig.
Das ist ungerecht.
Es kommt uns vor, als wäre die Geschichte immer noch aktuell.
Arbeiter*innen werden immer noch ausgebeutet.
Arbeitslose werden oft schlecht behandelt.
Noch heute gehen wir am 1. Mai auf die Straße.
Wir rufen laut, dass wir ein gutes Leben für alle wollen.
Der Staat bewacht seine Denkmäler, aber wir werden nicht still.
Je mehr Kontrolle, desto mehr Menschen wollen Freiheit.
Je mehr Gewalt, desto mehr halten wir zusammen.
Wir wollen ein schönes Leben in Freiheit, nicht als Unterdrückte.
Zur Zeit des Haymarket-Riots kämpften unsere Genoss*innen für kürzere Arbeitszeit und faire Löhne.
Heute kämpfen wir dafür, dass uns diese Rechte nicht wieder weggenommen werden.
Zum Beispiel wollen wir bei Krankheit zu Hause bleiben können.
Krankheit darf kein Nachteil sein.
Gute Arbeit macht uns gesund. Niemand darf krank arbeiten müssen.
Aber manche Politiker wollen, dass Menschen auch krank arbeiten.
Das ist unfair.
Arbeiterrechte müssen von Arbeitenden bestimmt werden.
Nicht von Mächtigen, die selbst nicht betroffen sind.
Wir wollen bestimmen, was mit uns geschieht.
Wir bleiben selbstbestimmt und solidarisch.
Wir kämpfen für ein gutes Leben für alle.
Was sagte August Spies dazu, einer der zum Tode Verurteilten?
Er sagte am 1. Mai 1886 in Chicago:
„Man kann nicht ewig wie ein Stück Vieh leben!“
Die Geschichte des Widerstandes ist facettenreich. Geschichte gibt uns Mut. Die Geschichte ermahnt und schreckt ab. Geschichte gibt uns die Träume und Visionen für bessere kommende Zeiten. Die Geschichte gibt uns Inspiration für Utopien im Hier und Heute und in der Zukunft. Sie hilft uns, die kleinen Utopien in zwischenmenschlichen Begegnungen als permanente Revolution zu sehen. Sie hilft uns, die kleinen Utopien in jedem politischen Fortschritt hin zu einer befreiteren Welt zu erkennen. Diese Geschichte ist eine Geschichte, die schon oft erzählt wurde, aber deren Ende immer noch ungeschrieben ist. Geschichte ist Wiederholung, Widerstand, Entwicklung und Perspektive.
Doch jede Geschichte hatte ihre Zeit. Unsere Zeit ist hier und jetzt.
Uns als Anarchist*innen ist es wichtig, die Geschichte so faktenreich wie möglich zu erzählen, sie nicht zu beschönigen, sie nicht zu dramatisieren, sie nicht zu tabuisieren. Unser Motiv, die Geschichte zu verstehen, ist nicht Macht oder Geld, sondern Wissen, Verständnis und Handlungsfähigkeit. Unsere Utopie entsteht nicht aus einem Feuer, das alles verbrennt und wieder bei Null anfängt. Die Utopie beginnt dort, wo wir Geschichte wirklich verstehen, aus ihr lernen und aus dem ewigen Teufelskreis ausbrechen, in dem wir die Fehler der Menschheit immer wieder wiederholen.
Wir wollen nicht nur Symptome bekämpfen, sondern die Ursache des Problems an den Wurzeln greifen. Diese Wurzeln haben Namen, sie heißen unter anderem Rassismus, Repression, Faschismus, Kapitalismus, Patriarchat, Antisemitismus und so weiter. Jede dieser Wurzeln hat Verästelungen, die tief in der Erde der Vergangenheit verwurzelt sind. Wir wollen Probleme nachhaltig verändern und zum Guten wenden. Wir wollen diese Wurzeln der Probleme ausreißen und dafür müssen wir sie verstehen. Das heißt, sich entschieden gegen alle menschenfeindlichen Ideologien zu positionieren und zu kämpfen. Und ja: Auch so manches Feuer werden wir entzünden müssen, um die Welt so gestalten zu können, wie wir sie für ein gutes Leben für alle brauchen und nicht für einen kleinen elitären Kreis der herrschenden Klasse.
Am 1. Mai 1886 begann in Chicago ein mehrtägiger, von den Gewerkschaften organisierter Streik, um eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit von 12 auf 8 Stunden durchzusetzen. Die mit diesem und den darauffolgenden Tagen verbundenen Ereignisse werden als Haymarket Riot, Haymarket Affair und Haymarket Massacre bezeichnet. Sie begründeten die Tradition der internationalen Arbeiter*innenbewegung und der Gewerkschaften, den 1. Mai als Kampftag der Arbeiter*innenklasse zu begehen.
Am vierten Tag des Streiks wurde eine Bombe in die Masse geworfen, die sich versammelt hatte. Es starben 8 Polizist*innen und eine unbekannte Anzahl Protestierender. Bis heute ist unklar, ob sie in Auseinandersetzungen mit den Streikendenden getötet wurden oder ob sie sich im Chaos und Kreuzfeuer gegenseitig getötet haben. Außer diesen Polizist*innen wurde eine unbekannten Anzahl Protestierender ermordet. Hier ist sehr wohl klar, wer für ihren Tod die Verantwortung trägt: Der Staat und seine Büttel. Wer die Bombe geworfen hatte, die zu dieser Auseinandersetzung führte, ist bis heute unklar. Bezeichnend ist, dass die Geschichten nicht von den Leuten, die sie erlebt haben und betroffen waren, festgehalten und weitererzählt wurden, sondern von Menschen mit Macht und Geld. Sie schreiben nicht Geschichte, sie manipulieren die Erinnerung, um sich selbst zu inszenieren und ihren Machtanspruch zu legitimieren. Wieso wurde die Anzahl der protestierenden Opfer und Verletzten nie ermittelt und benannt? Die offizielle Seite der City of Chicago gibt nur einen Verletzten auf Seite der Protestierenden an. Wir wissen, dass die Verletzten sich aus Angst vor Verfolgung und Repression nicht offiziell haben behandeln lassen und so niemand weiß, wie es ihnen ergangen ist und ob sie an den Folgen gestorben sind.
Bezeichnend ist auch, dass 7 Redner*innen auf der Kundgebung des Tages zum Tode verurteilt wurden. Nicht etwa, weil ihre Schuld bewiesen werden konnte, sondern weil sie durch die Inhalte ihrer Reden verantwortlich gemacht wurden. Ohne irgendeinen herstellbaren Zusammenhang wurde ihnen unterstellt, dass der unbekannte Täter in ihrem Sinne gehandelt hätte.
Weiter ist bezeichnend, dass Frauen wie Lucy Parsons nicht die Anerkennung und Aufmerksamkeit in dieser Geschichte bekommen, die ihnen zusteht. Denn politisch einflussreiche, starke und militante Frauen passen nicht in die Geschichtsschreibung derer, die das Patriarchat brauchen, um ihre Macht zu erhalten. Das ist hauptsächlich den Mächtigen dieser Zeit anzulasten. Aber auch die Genossen in unserer eigenen Bewegung haben die Erinnerung an wichtige Genossinnen nur allzu gerne vernachlässigt - und tun das bis heute.
Der vorliegende Text ist nur ein Bruchteil einer Geschichte, unserer Geschichte. Wir appellieren an eure Neugier und euren Wissensdurst: Befasst euch weiterführend mit dem Thema, welches jeden Infopost auf Social Media im Umfang sprengt.
Die Weathermen haben die Ungerechtigkeit erkannt und das Stadtbild wieder im Sinne derer geprägt, die das alltägliche Leben am Laufen halten: Die Menschen, die leben und für ihren Lebensunterhalt lohnabhängig arbeiten. Nicht die Menschen, die herrschen, die uns kontrollieren und unterdrücken. Die Geschichte ist voll von bedeutsamen Worten, Orten und Begegnungen. Dieser Text gedenkt den Ereignissen vom 1. Mai 1886 in Chicago. Er soll Inspiration liefern für das Heute und Morgen und Kraft geben für alle bevorstehenden Kämpfe. Damit wir weiter Kraft haben, die erkämpften Rechte zu verteidigen und im Sinne einer gerechten Welt neue zu erkämpfen. Genau dass haben unsere Genossen*innen der „Weathermen“ in den USA der 60er und 70er Jahre getan, als sie Ende der 1960er ein Denkmal für die ermordeten Polizist*innen gesprengt haben - und das gleich zweimal. Ihre Aktion hatte den Erfolg, dass die Statue im öffentlichen Raum aufgegeben wurde und 1970 temporär in ein Polizeigebäude verschoben wurde. Seit 2007 steht sie vor dem Polizeihauptquartier von Chicago, da sie anders nicht zu schützen war. Die Weathermen-Gruppe hatte ausgeführt, was damals so viele bewegte und auch heute noch bewegt: Diejenigen in die Defensive drängen, die sonst uns und alle, die für das gute Leben kämpfen, mit brutaler Gewalt in die Defensive zwingen.
Mit der Statue, ausgerechnet anlässlich des 1. Mai, wurde der Arbeiter*innenbewegung auf der ganzen Welt symbolisch ins Gesicht gespuckt. An einem Tag, an dem so viele Menschen durch die Gewalt der Bullen gestorben sind, sollte symbolträchtig den bewaffneten Polizist*innen gedacht werden. Die ermordeten Arbeiter*innen und Streikenden werden nur mit einem Satz auf der Gedenktafel bedacht? Ähnlich dem 1893 errichteten Haymarket Martyr’s Memorial: Versteckt auf einem Friedhof in einem Wald in der Nähe von Chicago. Waren sie es nicht wert, als Statue einen zentralen Ort zum Gedenken zu bekommen, nur aufgrund ihrer Lohnabhängigkeit, ihrer Klassenzugehörigkeit? Oder schlicht und ergreifend weil sie keine vom Staat mit Mordinstrumenten ausgestatteten Justizvollstrecker*innen waren, die für das sorgen sollten, was der bürgerliche, kapitalistische Staat unter Recht und Ordnung versteht? Ist es Provokation, diesen 2,74 Meter hohen Cop, der für Gewalt und Mord steht, zu sprengen, oder ist es ganz einfach Gerechtigkeit für diejenigen, die ermordet wurden, weil sie für bessere Arbeitsverhältnisse gekämpft haben und teuer mit ihrem Leben bezahlen mussten? Die, wenn wir dieses kritische Wort wiederverwenden wollen, „ehrenhaft“ in Ausübung ihres Streikrechts ermordet wurden?
An diesem Punkt kommt uns die historische Geschichte sehr vertraut und gegenwärtig vor. Wir werden als Arbeiter*innenklasse immer noch ausgebeutet und als Arbeitslose stigmatisiert. Immer noch nehmen wir uns am 1. Mai die Straßen, um unsere Forderungen so laut in Parolen herauszuschreien, dass sie nicht mehr zu überhören sind. Ja, der Staat sollte seine Denkmäler im Schatten seiner mit Waffen geschützten Gebäude bewachen. Ja, sie rüsten immer weiter im militärischen Stil auf, weil sie Angst haben vor so vielen Stimmen, die nicht verstummen werden. Je zwanghafter der Staat Kontrolle durchsetzt, desto lauter wird der Ruf nach Freiheit. Umso mehr Gewalt die Cops einsetzen, umso entschiedener stehen wir zusammen. Wir haben beschlossen, unser schlechtes leben nicht um jeden Preis zu beschützen und nur noch gebückt zu leben. Wir haben beschlossen, nicht mehr Knecht sein zu wollen, sondern uns unter eigener Verantwortung ein schöneres Leben aufzubauen! Es sind oft nur Fensterscheiben, die uns von den Dingen, die uns fehlen, trennen. Es sind die arbeitenden Menschen in den Fabriken, die produzieren und Maschinen bedienen, ihre Chefs sind nichts wert!
Zu Zeiten des Haymarket Riot haben unsere Genoss*innen für einen 8-Stunden-Tag und bessere Löhne gekämpft. Heute kämpfen wir dafür, unsere Errungenschaften zu schützen: Dass uns diese 8 Stunden nicht wieder genommen werden oder Krankheitstage zu einem Privileg werden. Das Prinzip der Salutogenese war gerade dabei, im Krankheitssystem anzukommen. Der Gedanke, dass wir uns krankmelden können, um schlimmere Krankheiten zu vermeiden, setzte sich immer mehr durch. Das Bewusstsein, darauf zu achten und Zeit dafür zu bekommen, was uns gesund hält, wuchs. Nicht nur darauf zu schauen was uns krank macht und Symptome kurzfristig zu heilen; getreu dem Motto: „eine Schmerztablette und ab zur Arbeit!“ Doch Friedrich Merz und Konsort*innen sind da anderer Meinung: In ihrem Verständnis ist Gesundheit Kapital, das ausgebeutet wird bis ins Letzte. Bis mensch sich krankmeldet, weil mensch völlig ausgebrannt und kaputtgeschuftet ist. Dann weiter in die zusammengekürzte Rente und ab in die Altersarmut! Dieses Menschenbild ist verächtlich und rückwärtsgewandt. Es sollte auch so benannt werden. Die Rechte der arbeitenden Menschen müssen von denjenigen geformt werden, die sie auch betreffen: In Selbstorganisierung, durchgesetzt durch Streiks und Verhandlungen, umgesetzt von freien Räten. Verankert durch Rechte, die wir uns blutig erkämpft haben. Geschützt durch eine starke, klassenbewusste und notfalls militante Arbeiter*innenbewegung. Niemand darf von oben herab die Macht haben, über die Ausgebeuteten und ihre Einzelschicksale zu bestimmen.
Wir bleiben selbstbestimmt und selbstorganisiert, wir bleiben unregierbar! Für ein schönes Leben ohne Ausbeutung für alle!
Oder um es in den Wort auszudrücken, die auf einer Arbeiter*innenversammlung auf dem Haymarket in Chicago am Abend des 1. Mai 1886 mehrfach wiederholt wurden:
Man kann nicht ewig wie ein Stück Vieh leben!
