Textsammlung zum 1. Mai 2026

Ein schönes Leben für alle
Alle Menschen sollen ein schönes Leben haben.
Aber: Be_hinderte Menschen erleben oft Nachteile.
Egal, ob sie arbeiten, in ihrer Freizeit sind oder mit anderen Menschen zusammen sind.
Be_hinderte Menschen werden oft nicht gut behandelt.
Das nennt man Diskriminierung.
Diskriminierung heißt: Menschen werden schlechter behandelt, weil sie angeblich anders sind.
Be_hinderte Menschen kämpfen seit langer Zeit für ihre Rechte.
Das heißt: Sie wollen die gleichen Rechte haben wie alle anderen.
Schon in den 1960er Jahren haben be_hinderte Menschen protestiert.
Auch heute im Jahr 2026 kämpfen sie noch.
Viele be_hinderte Menschen arbeiten in Werkstätten für Be_hinderte.
Werkstätten sind Arbeitsplätze, extra für be_hinderte Menschen.
Aber: Sie bekommen dort sehr wenig Geld.
Sie bekommen ungefähr 250 Euro im Monat.
Sie arbeiten oft genauso viel wie andere Menschen.
Das ist unfair.
Die Gesellschaft denkt oft:
Be_hinderte Menschen können nicht selbst entscheiden.
Man denkt, be_hinderte Menschen sind schwach und hilflos.
Das ist nicht richtig.
Manche Politiker*innen wolen Listen von be_hinderten Menschen machen.
Sie wollen, dass be_hinderte Menschen in Heime ziehen müssen.
Das heißt: Sie dürfen nicht selbst auswählen, wo und wie sie leben.
So etwas gab es schon früher in der Zeit der Nationalsozialisten.
Damals wurden viele be_hinderte Menschen sehr schlecht behandelt und sogar getötet.
Heute passiert das Töten nicht mehr so.
Aber die Gedanken von damals gibt es immer noch.
Manche Menschen denken immer noch, das Leben von be_hinderten Menschen ist weniger wert.
Viele Politiker*innen sagen:
Es ist billiger, wenn be_hinderte Menschen im Heim wohnen.
Deshalb bekommen viele be_hinderte Menschen weniger Geld für Pflege.
Aber:
Viele be_hinderte Menschen möchten lieber zu Hause leben.
Sie möchten selbst entscheiden, wer sie pflegt.
Es gibt schlimme Dinge in Pflegeheimen.
Viele be_hinderte Frauen erleben dort Gewalt.
Das heißt: Sie werden geschlagen oder sind Opfer von sexualisierter Gewalt.
Manchmal sterben be_hinderte Menschen in Heimen, weil sie schlecht behandelt werden.
Die Medien sagen dann oft: Sie seien „erlöst“ worden.
Das heißt: Ihr Leben war nicht lebenswert.
Das ist falsch.
Alle Leben sind wertvoll!
Deshalb demonstrieren wir am 1. Mai.
Wir möchten ein selbstbestimmtes Leben für alle Menschen!
Wir möchten mehr Rechte für be_hinderte Menschen.
Wir wollen, dass alle Menschen frei und sicher leben können.
Egal ob auf der Arbeit, in der breiten Gesellschaft oder privat, be_hinderte Menschen erfahren in allen Lebenslagen systematische Diskriminierung.
Seit der Krüppelbewegung in den 60er Jahren kämpfen Be_hinderte für Menschenrechte und Teilhabe, so auch noch 2026. Denn noch heute werden Menschen in sogenannten Be_hindertenwerkstätten für einen Hungerlohn ausgebeutet, dürfen nicht streiken und haben keine Lobby, die sich nur im geringsten für sie interessiert. Etwa 250 Euro verdienen die Menschen in diesen Werkstätten, während sie teilweise Vollzeit dort arbeiten. Grund hierfür ist, dass Be_hinderten jegliche Autonomie abgesprochen wird und sie als hilflos, schutzlos und vor allem machtlos empfunden werden.
Das wird auch sichtbar, wenn Politiker*innen fordern, Listen über Be_hinderte zu führen und diese zwangsmäßig in Pflegeheime unterzubringen. Solche Forderungen wecken Erinnerungen an die NS-Zeit: Damals wurden über 300.000 be_hinderte Menschen systematisch umgebracht, überwiegend in extra eingerichteten Pflegeheimen mit Gaskammern auf dem Gelände. Auch damals wurde das Leben von be_hinderten Menschen in „lebenswürdig“ und „lebensunwürdig“ unterschieden und mit dem Begriff „Euthanasie“ schön geredet. Diese Selektion besteht heute noch in der breiten Gesellschaft und in damals erfundenen Diagnosen teils in unserer heutigen Medizin.
Politiker*innen meinen, es würde Geld einsparen, Be_hinderte nicht mehr zu Hause zu pflegen und strichen uns auch schon den Pflegegrad 1! Aber gerade solche Dinge sind es, die uns Be_hinderten ein menschenwürdiges Leben ermöglichen: In unserem eigenen Zuhause, autonom bestimmend, wen wir dort haben wollen. Denn Pflegeheime sind keine geschützten Räume! Über 90% der be_hinderten Frauen in Pflegeeinrichtungen berichten von erlebter Gewalt, über 80% dieser Gewalt ist sexualisiert. Immer wieder ermorden Pfleger*innen Heimbewohnende, während Medien berichten, sie seien damit „erlöst“ worden. Immer wieder werden wir umgebracht, weil andere darüber bestimmen, wie lebenswert unser Leben sei.
Deshalb gehen wir auch am 1. Mai auf die Straße! Für ein freies Leben für alle!