Textsammlung zum 1. Mai 2026

Carework gerecht verteilen

Alle Menschen brauchen Care-Arbeit.

Care-Arbeit ist Pflege und Fürsorge.

Zum Beispiel:
Sie putzen, kochen oder waschen im Haushalt.
Sie kümmern sich um andere Menschen.
Sie helfen anderen bei Problemen.
Sie planen und organisieren Dinge für andere Menschen.

Viele Menschen sehen Care-Arbeit nicht.
Viele Menschen bekommen kein oder nur wenig Geld für diese Arbeit.

Meistens machen Frauen und Queers diese Arbeit.
Das bedeutet:
Man denkt, Care-Arbeit ist Frauen-Arbeit.
Oder Arbeit für Menschen, die nicht ein Mann sind.
Diese Idee nennt man „patriarchal“.

Fast alle Berufe in der Pflege und Erziehung machen Frauen und Queers.
Sie bekommen oft nur wenig Geld.

Auch zu Hause machen sie viel Care-Arbeit.
Oft machen sie 50 % mehr Arbeit als Männer.
Das ist so, als hätten sie einen Extra-Arbeitstag pro Woche.

Die Menschen, die viel Care-Arbeit machen, sind oft sehr müde.
Sie haben weniger Geld als andere Menschen.
Sie sind von anderen abhängig und können oft nicht selbst über ihr Leben entscheiden.

Durch Care-Arbeit können andere Menschen arbeiten gehen.
So funktioniert unsere Gesellschaft jeden Tag.
Deshalb ist Care-Arbeit sehr wichtig.

Aber die Arbeit wird nicht fair geteilt.

Wir wollen, dass alle Menschen zusammen die Care-Arbeit machen.
Wir wollen, dass niemand ausgebeutet wird.
Wir wollen, dass alle Menschen frei leben können.

Deshalb protestieren wir.
Wir gehen gemeinsam auf die Straße.
Wir sind gegen Ungerechtigkeit.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleich sind.
Wir wollen Anarchie: Das heißt, niemand bestimmt über andere.

Unsere Gesellschaft basiert auf Carearbeit, trotzdem (oder gerade deswegen) wird sie strukturell unsichtbar gemacht, ungerecht verteilt geleistet und nur schlecht oder gar nicht bezahlt.

Neben Arbeiten im Haushalt sind auch körperliche und emotionale Pflege/Fürsorge und mentale Aufgaben wie Organisation Teil der Carearbeit. Diese Art der Arbeit wird sowohl individuell als auch strukturell patriarchalen Rollenbildern weiblich gelesener Personen zugeschrieben, da sie als „natürlich“ für diese gelten. Soziale Berufe werden weiterhin zu großen Teilen von FLINTA*s ausgeführt und mit geringem Gehalt bezahlt. Die unbezahlte Carearbeit, die jeden Tag und jede Nacht geleistet wird, wird zu ca. 50% mehr von FLINTA*s geleistet, wodurch sich auf die gesamte Woche gerechnet ein voller 9 Stunden Arbeitstag Mehrarbeit ergibt. Diese Ausbeutung macht sich bemerkbar durch Erschöpfung und finanzielle Benachteiligung der leistenden Personen und der daraus resultierenden finanziellen Abhängigkeit. Durch diese unbezahlte Arbeit im Privaten werden die Arbeitskräfte der Arbeiter*innen wiederhergestellt, damit sie immer weiter im kapitalistischen System genutzt werden können. Die Carearbeit ist essenzi elle Arbeit, die für das Leben geleistet wird. Jeder Staat ist auf diese Ausbeutung angewiesen, um tagtäglich zu „funktionieren“.

Für eine freie Gesellschaft ist eine selbstorganisierte, gemeinschaftliche Übernahme dieser Arbeit notwendig. Darum gehen wir gemeinsam auf die Straße. Gegen die Ausbeutung durch den Staat und für eine freie Gesellschaft im Anarchismus.