Textsammlung zum 1. Mai 2026

Erkennen, was ist – Beenden, was ist
Antifeminismus ist gegen Gleichberechtigung.
Antifeminismus will, dass es nur Männer und Frauen gibt.
Antifeminismus will, dass Männer mehr Macht haben.
Ein Beispiel dafür sind Morde an Frauen, weil sie Frauen sind.
Auch Männer, die Frauen hassen, nennt man Incels.
Manchmal gibt es Gewalt gegen Menschen, die anders lieben oder leben.
Bei Demonstrationen wie CSD oder Pride passiert das auch.
In unserem Land haben Männer oft mehr Macht als Frauen.
Das nennt man patriarchale Herrschaft.
Patriarchale Herrschaft ist gegen den Feminismus.
Antifeminismus ist nicht nur eine Meinung gegen Gleichberechtigung.
Antifeminismus ist Teil unserer Gesellschaft.
Er steckt in Regeln, Gesetzen und wie wir zusammenleben.
Er beeinflusst, wie Menschen über Frauen, Männer und andere denken.
Das gilt auch für die Arbeit zu Hause und im Job.
In einer ungerechten Gesellschaft passiert viel Schlimmes.
Zum Beispiel gibt es reiche Männer, die andere reiche Männer schützen.
Sie reden darüber oft im Fernsehen.
Die Geschichten von betroffenen Frauen oder anderen Menschen sind ihnen oft egal.
Das zeigt, wie die Gesellschaft funktioniert.
Ob jemand Mann oder Frau ist, ist sehr wichtig in unserer Gesellschaft.
Das nennt man Geschlechterordnung.
Manche Menschen wollen das so lassen.
Bei sehr rechten Menschen ist das noch schlimmer.
Dort hat der Mann die meiste Macht.
Frauen sollen gehorchen.
Queere Menschen, also Menschen, die anders leben oder lieben, werden ausgeschlossen.
Die Regeln helfen dem Mann, seine Macht zu behalten.
Manchmal wehren sich Menschen gegen diese Regeln.
Dann wird Antifeminismus sehr deutlich.
Es gibt zum Beispiel Angriffe auf Rechte von trans* Menschen in den USA.
Es gibt Störungen und Gewalt bei Straßenfesten wie CSD.
Manchmal nehmen rechte Parteien die Rechte von Frauen und queeren Menschen für ihre Zwecke.
Sie machen das auch im Parlament, also in der Politik.
So wollen sie die Macht der Männer schützen.
Anarchismus ist eine Bewegung gegen Kapitalismus und Faschismus.
Anarchismus kämpft auch für Gleichberechtigung.
Anarchismus ist queerfeministisch.
An 1. Mai gehen viele Menschen für ihre Rechte auf die Straße.
Sie kämpfen gegen Ungerechtigkeit und gegen Antifeminismus.
Der ideologische Kern und das politische Programm des Antifeminismus sind die Aufrechterhaltung der binären Geschlechterordnung – der patriarchalen Herrschaft. Sichtbare Erscheinungsformen dessen sind Feminizide, Incels oder queerfeindliche Angriffe auf Menschen, CSDs und Prides.
Patriarchale Herrschaft ist an sich antifeministisch und Antifeminismus ist nicht bloße Reaktion auf feministische Errungenschaften. Er wirkt strukturell und latent, er prägt Normen, Institutionen oder Gesetze. Er ist Teil der bürgerlich-liberalen Gesellschaften und als solcher formt er Geschlechterrollen, Vorstellungen von Beziehungen und Begehren oder die Arbeitsteilung.
Der Epstein-Komplex ist nur die Spitze eines Eisbergs einer derart organisierten Gesellschaft und der Umgang der bürgerlich-liberalen Öffentlichkeit damit offenbart nur ihre Funktionsweise: In Talkshows schützen reiche Männer andere reiche Männer und die Erfahrungen und Aussagen der Zeug*innen, Betroffenen und Überlebenden sind scheißegal.
Geschlecht als Ordnungs- und Herrschaftskategorie ist zentral für diese unsere Gesellschaft und dies gilt es zu erkennen und zu beenden. Geschlechterordnungen in liberalen und in extrem rechten Weltbildern ähneln sich sehr, die extreme Rechte spitzt diese nur noch mehr zu. Der Mann steht als Autorität und Oberhaupt im Zentrum, Frauen sind untergeordnet und queere Menschen haben gar keinen Platz. Alles an diesen Geschlechterordnungen erfüllt den Zweck, die Machtposition des Mannes aufrechtzuerhalten und zu verteidigen.
Wird diese Ordnung herausgefordert, kann der latente Antifeminismus als Bewegung manifest werden. Angriffe auf die Grundrechte von trans Menschen in den USA, Störaktionen und Gewaltkulissen bei CSDs und rassistische Instrumentalisierung der Rechte von FLINTA*s sind nur Beispiele eines bewegungsförmigen Antifeminismus, der seinen Kampf nicht nur auf den Straßen, sondern auch in den Parlamenten führt, um die patriarchale Herrschaft zu verteidigen.
Anarchismus ist nicht nur antikapitalistisch und antifaschistisch, er ist queerfeministisch! Am 1. Mai nehmen wir uns die Straße, um den kapitalistischen, rechten und antifeministischen Normalzustand herauszufordern!