Textsammlung zum 1. Mai 2026

Anarchismus und Klimagerechtigkeit
Viele Menschen machen sich Sorgen.
Es gibt viele Probleme auf der Welt.
Zum Beispiel gibt es mehr rechte Parteien.
Die Preise für viele Dinge steigen.
Es gibt Kriege.
Ein großes Problem wird oft vergessen: Das Klima verändert sich.
Das ist aber sehr wichtig.
Das Klima wird auch von den anderen Problemen beeinflusst.
Zum Beispiel machen rechte Regierungen in den USA oder Argentinien weniger für den Klimaschutz.
Auch gibt es immer mehr Streit um Wasser oder Land.
Das macht alte Probleme schlimmer und schafft neue Probleme.
Die Klimakrise ist schlimmer als je zuvor.
Im Süden unserer Welt spüren die Menschen das schon lange.
Jetzt merken wir es auch hier.
In unserem politischen System haben nur wenige Menschen viel Macht.
Diese Menschen entscheiden für alle anderen.
So kann das Klima-Problem noch schlimmer werden.
Das ist ein schlechtes Zeichen für die Zukunft.
Unser Wirtschaftssystem heißt Kapitalismus.
Hier zählen oft nur Gewinne und Wachstum.
Einzelne reiche Menschen profitieren davon.
Andere Menschen und die Natur leiden.
Ein anderes Extrem nennt sich Öko-Diktatur.
Das bedeutet: strenge Regeln nur für den Klimaschutz, ohne Mitbestimmung.
Wir brauchen aber Klimaschutz, der gerecht und frei ist.
Dabei hilft der Anarchismus.
Anarchismus bedeutet:
Alle Menschen entscheiden gemeinsam.
Niemand darf über andere bestimmen.
Wichtige Prinzipien sind:
- Gegenseitige Hilfe
- Gleichheit
- Mitbestimmung
- Alle können mitmachen
- Kleine Gruppen entscheiden vor Ort
- Jeder hat Freiheiten
Diese Prinzipien helfen, das Klima zu schützen.
Sie helfen uns auch, die Wirtschaft zu verändern.
Wir können anders wirtschaften:
So, dass niemand oder nichts ausgebeutet wird.
Wir können unser Essen vor Ort anbauen.
Alle sollen genug zu essen haben.
Wir können Strom dort erzeugen, wo wir ihn brauchen.
Wir können lernen, weniger Energie zu verbrauchen.
Wir brauchen keine eigenen Autos, Flugzeuge oder Yachten.
Die Bahn gehört dann allen gemeinsam.
Wir können Wälder schützen.
Wir müssen Moore wieder nass machen.
Moore sind wichtig für das Klima.
So können wir die Erde wieder gesund machen.
Wir zerstören sie dann nicht weiter.
Rechtsruck, Inflation und Kriege: Zwischen all den gegenwärtigen Krisen gerät die ums Klima zunehmend in den Hintergrund. Dies überrascht aus gleich zweierlei Gründen: Zum einen ist sie unmittelbar mit den anderen Krisen verbunden. So schrauben z.B. rechte Regierungen in den USA oder Argentinien den Klimaschutz stark zurück. Bestehende Konflikte, beispielsweise um Wasser oder Land, werden verstärkt und neue ausgelöst. Und gleichzeitig ist die Klimakrise so akut wie nie zuvor. Im globalen Süden sind die Auswirkungen schon seit Jahren zu spüren. Langsam erreichen sie jetzt auch uns.
Doch in einem System der Ungleichheit, in der Wenige über Viele bestimmen, wird sie sich weiter zuspitzen. Die Aussichten erscheinen düster. Der Kapitalismus verspricht ungebremsten, pseudo-libertären Extraktivismus, der vor allem den herrschenden Eliten ihren Wohlstand sichern soll. Dem gegenüber steht die Öko-Diktatur.
Angesichts dieser autoritären Dystopien, braucht Klimagerechtigkeit eine anarchistische Perspektive. Es braucht eine gleichermaßen freiheitliche, wie auch herrschaftskritische Antwort, die uns allen ein gutes Leben ermöglicht.
Anarchistische Grundsätze, wie gegenseitige Hilfe und Gleichheit, Mitbestimmung und Teilhabe sowie Dezentralität und Autonomie, sind geeignete Wege, der Krise zu begegnen. Sie können die Grundlage einer regenerativen statt extraktiven Wirtschaftsweise sein. Lasst uns eine Welt schaffen, in der unsere Nahrung nicht von der Ausbeutung von Mensch, Tier und Boden abhängig ist, sondern diese lokal produziert und gerecht verteilt wird. Eine Welt in der wir unseren Strom dezentral und regenerativ erzeugen können, weil wir auch weniger davon verbrauchen. Eine Welt ohne Privatautos, -jets und -yachten, in der auch die Bahn allen gemeinsam gehört. Eine Welt in der wir Wälder nicht nur als Rohstofflieferanten betrachten und Moore wieder nass und wild sein dürfen. Eine Welt in der wir unseren Planeten heilen, statt ihn weiter zu zerstören.