Textsammlung zum 1. Mai 2026

Sprengt die Ketten, sprengt die Mauern

Herrschende sagen oft:
Knäste sind wichtig.
Knast ist ein anderes Wort für Gefängnis.
Sie sagen:
Knäste bestrafen gefährliche Menschen.
Knäste schützen uns vor Gewalt.

Aber:
Wer ist gefährlich?
Wer entscheidet das?
Oft werden Menschen bestraft,
weil sie sich für eine bessere Gesellschaft einsetzen.
Herrschende finden diese Menschen gefährlich.

Die Herrschenden führen Kriege.
Sie sorgen dafür, dass Menschen hungern.
Sie beuten Menschen aus.
Besonders im Süden der Welt arbeiten Menschen sehr hart für wenig Geld.
Viele sterben sogar daran.
Dann sperren Herrschende die ein,
die für ein gutes Leben kämpfen.
Alle, die die Macht der Herrschenden in Frage stellen,
sind ein Problem für diese.

Man sagt:
Das Gesetz gilt für alle.
Aber wer macht die Gesetze?
In Knästen sitzen viele Menschen,
die es schon schwer haben im Leben.
Oft haben sie wenig Geld oder keine Arbeit.
Manche begehen ein „Verbrechen“,
um zu überleben.
Diese Menschen dürfen nicht draußen leben,
weil Reiche und Mächtige das nicht wollen.

Knäste sind ein Mittel,
mit dem Herrschende Macht behalten.
Sie sagen uns:
Knäste sind gut.
Wir glauben das nicht.

Deshalb sagen wir:
Wir sind gegen Knäste, gegen alle Knäste!
Knäste schützen die Reichen und Mächtigen.
Knäste stehen im Gesetz.
Aber Gerechtigkeit steht nicht im Gesetz.
Knäste zwingen Menschen dazu, sich zu unterwerfen.
Das finden wir schlecht.

Wir wollen die Gesellschaft verändern.
Darum halten wir uns nicht immer an ihre Gesetze.
Wir wollen uns nicht einfach anpassen.
Nicht in ihren Städten,
nicht in ihren Fabriken,
nicht in ihren Kasernen,
nicht in ihren Einkaufszentren.

Wir kämpfen für eine Welt,
in der alle frei sind.

Immer wieder erzählen uns Herrschende, dass Knäste absolut notwendige Orte seien, um gefährliche Menschen, die die Ordnung stören, zu bestrafen, und uns vor Gewalt zu schützen. Aber wer bestimmt, wer gefährlich ist, und wer nicht? Die letzten Jahre zeigen uns, dass diejenigen, die für eine befreite Gesellschaft kämpfen, in Augen der Herrschenden die Gefährlichen und Gewalttätigen sind.

Während Herrschende Kriege führen, Hunger verursachen und Menschen vor allem im globalen Süden bis zum Tod ausbeuten, sperren sie hier die ein, die für ein menschenwürdiges Leben kämpfen. Alle, die an ihren Machtkonstrukten, rütteln sind ihnen ein Dorn im Auge.

Das Gesetz sei für alle gleich, aber wer macht die Gesetze? In den Knästen sitzen überwiegend Menschen, die es durch -ismen in der Gesellschaft am schwersten haben und versuchen, durch „Verbrechen“ an den Eigentumsverhältnissen zu überleben. Menschen werden Jahre ihres Lebens beraubt, weil sich Reiche und Mächtige an ihnen und ihren Lebensrealitäten stören.

Egal, wie gut die Herrschenden es uns verkaufen wollen, Knäste sind eins der höchsten Mittel der Repressionen und damit ihres Machterhalts. Deshalb ist für uns ganz klar: Wir sind gegen Knäste, gegen alle Knäste! Wir sind gegen Knäste, weil sie geschaffen wurden um die Privilegien der Reichen und Mächtigen zu schützen. Wir sind gegen Knäste, weil wir den Sinn für Gerechtigkeit niemals in Gesetzbüchern finden werden. Wir sind gegen Knäste, weil nichts Gutes aus Unterwerfung und Zwang wachsen kann. Wir sind gegen Knäste, weil wir diese Gesellschaft radikal verändern wollen und deshalb ihre Gesetze übertreten. Wir wollen uns nicht friedlich in ihren Städten, Fabriken, Kasernen oder Einkaufszentren integieren.

Wir kämpfen für eine Welt, in der alle frei sind!