Textsammlung zum 1. Mai 2026

Rage Against the Surveillance Machine
Der Staat beobachtet Menschen, die gegen den Staat sind.
Das ist für uns als Anarchist*innen nicht neu.
Spitzel, also Menschen, die andere heimlich beobachten, sind oft dabei.
Auch Wanzen und andere heimliche Beobachtung gibt es schon lange.
Das alles gibt es immer noch.
Aber heute hat die Polizei neue Hilfsmittel.
Sie darf mehr als früher.
Die Polizei benutzt heute viele neue Geräte.
Dazu gehört Kamera-Überwachung mit „Künstlicher Intelligenz“.
Künstliche Intelligenz heißt: Computer können Dinge erkennen und bewerten.
Die Polizei speichert viele Daten von uns.
Manchmal bricht die Polizei heimlich ein.
Sie verändert dann unsere technischen Geräte.
So kann die Polizei uns leichter beobachten.
Der Staat sucht immer neue Wege, damit niemand mehr unbeobachtet bleibt.
Auch große Technik-Firmen sammeln viele Daten über uns.
Diese Firmen wollen Geld verdienen.
Für sie sind wir nur Daten.
Sie geben unsere Daten oft an den Staat weiter.
Auch unsere Autos haben Kameras.
Zum Beispiel: Autos von der Marke Tesla beobachten alles rundherum.
In vielen Häusern gibt es moderne Türklingeln mit Kameras.
Auch diese filmen die Nachbarschaft.
Unsere Suchen im Internet, unsere Gespräche mit Chatbots, unser Standort:
All diese Daten werden gesammelt.
Die Polizei kann viele dieser Daten anfordern.
Das ist für uns gefährlich.
So kann der Staat leichter gegen uns vorgehen.
Die Polizei will, dass wir nicht mehr anonym sind.
Sie will auch, dass wir nicht mehr sicher kommunizieren können.
Viele sprechen über künstliche Intelligenz, kurz KI.
Der Hype um KI hört nicht auf.
Auch in Zeiten mit vielen Problemen bleibt die Aufregung um KI groß.
Staaten benutzen KI oft gegen Menschen.
Im Krieg bestimmt KI sogar, wer ein Ziel ist und getötet werden soll.
Auch in friedlichen Zeiten hilft KI, Menschen zu finden, die nicht in die Regeln passen.
Diese Menschen werden dann bestraft.
Wenn wir KI nutzen, helfen wir diesen Maschinen.
Wir geben nicht nur unsere Daten ab.
Wir verlieren auch Wissen und Fähigkeiten.
Wir werden oft einsam.
Wir machen oft immer das Gleiche, statt kreativ zu sein.
Es heißt oft:
Technik soll unser Leben besser machen.
Viele sagen: Wir müssen dann weniger arbeiten.
Aber in Wirklichkeit fühlen sich viele Menschen noch mehr gestresst oder verlieren ihre Arbeit.
Viele Chefs wollen lieber Maschinen und Computer als Menschen.
Sie wollen so mehr Geld sparen.
Wir sind gegen diese Entwicklung.
Wir wollen keine Welt voller Überwachung.
Wir wollen Freiheit.
Wir glauben: Nur in einer freien Welt gibt es echten Fortschritt für alle.
Überwachung durch den Staat ist für uns als Anarchist*innen nichts Neues. Spitzel, Wanzen und Observation gehören sind altbekannt und weiter relevant. Doch haben die Verfolgungsbehörden heute mehr technische Möglichkeiten und rechtliche Befugnisse denn je.
Von KI-gestützter Kameraüberwachung über Vorratsdatenspeicherung bis hin zum heimlichen Einbruch zur Manipulation technischer Geräte entwickeln Staaten fleißig Methoden, keinen Fleck Erde und keinen Menschen mehr unbeobachtet zu lassen.
Tech-Konzerne, für die wir nur Ansammlungen von Daten zu sein scheinen, schlagen aus unserer vollständigen Erfassung Profit und liefern uns bereitwillig dem Staat aus. Jeder Tesla wird zur 360 Grad Überwachungskamera, Nachbarschaften werden von „smarten“ Türklingeln abgefilmt. Suchverläufe, Konversationen mit KI-Chatbots, Standorthistorien - die Liste der gesammelten Daten, die Cops anfordern können, scheint endlos. Wo es nur geht, sägen sie an unseren Ansätzen von Anonymität gegenüber der Repression und Methoden verschlüsselter Kommunikation.
Der Hype um künstliche „Intelligenz“ scheint vorerst auch kein Ende zu nehmen, ein prognostiziertes Platzen der „KI-Blase“ stört nicht weiter im dauerhaften Krisenzustand. Und die repressive Anwendung ist in vollem Gange: Wenn Menschen nicht direkt im Krieg automatisiert als Ziel bestimmt und getötet werden, hilft KI beim Aufspüren von allem, was nicht in die herrschende Norm passt und bestraft werden soll. Mit der Nutzung ihrer KI-Dienste füttern wir nicht nur diese ressourcenverschwendende Maschinerie, wir schaden uns auch selbst: Essenzielle Fähigkeiten gehen uns verloren, wir vereinzeln und „generieren“ einen langweiligen Einheitsbrei statt unserer Kreativität freien Lauf zu lassen.
Technologischer Fortschritt, so verspricht es der Kapitalismus immer wieder, würde uns die Arbeit erleichtern. In der Realität sorgt er jedoch meist für Verdichtung oder Entlassung. KI als überall integriertes „Allheilmittel“ scheint Herrschenden ein willkommener Weg zu sein, Arbeiter*innen ganz loszuwerden und verelenden zu lassen.
Gegen Tech-Faschist*innen und den Überwachungsstaat! Nur in einer freien Welt können wir wirklichen Fortschritt leben.