Textsammlung zum 1. Mai 2026

Wehrpflicht – Finden wir scheiße

Viele Menschen finden:
Die Welt wird immer schlimmer.

Die Regierung sagt:
Wir brauchen mehr Waffen.
Wir wollen die Wehrpflicht wieder einführen.
Das heißt: Junge Menschen sollen wieder zur Armee gehen.

Die Regierung gibt sehr viel Geld für die Bundeswehr aus.
100 Milliarden Euro.
Das ist sehr viel Geld.
Gleichzeitig sagt die Regierung:
Wir müssen sparen.
An vielen anderen Stellen gibt es weniger Geld.
Zum Beispiel für Schulen oder soziale Projekte.

Junge Menschen sollen einen Fragebogen ausfüllen.
Das nennt man „Musterungsbogen“.
Viele wollen das nicht.
Aber sie müssen es machen.

Die Regierung sagt:
Nicht nur Männer sollen Soldat werden können.
Frauen oder Menschen mit anderem Geschlecht dürfen auch Soldat*innen werden.

Es gibt Probleme bei der Bundeswehr.
Dort gibt es Gruppen mit sehr rechten Meinungen.
Manche Soldaten machen schlimme Sachen.
Viele Menschen fühlen sich bei der Bundeswehr nicht sicher.

Der Staat macht viel Werbung für die Bundeswehr.
Er gibt viel Geld aus, damit die Bundeswehr beliebt wirkt.
Es gibt Filme und Serien, die zeigen:
Soldat sein ist cool.
Sogar beim Einkaufen gibt es Werbung von der Bundeswehr.

Gleichzeitig fehlt an vielen anderen Stellen Geld.
Zum Beispiel für Schulen oder Vereine.
Dadurch haben viele Jugendliche weniger Chancen.
Oft denken sie:
Nur bei der Bundeswehr bekomme ich eine Arbeit oder Hilfe.

Viele junge Menschen wollen das nicht.
Sie machen Streiks gegen die Wehrpflicht.
Sie gehen auf die Straße und protestieren.

Viele Schulen wollen das nicht.
Sie verbieten, dass Schüler*innen zur Demonstration gehen.
Sie kontrollieren Taschen.
Lehrer*innen verlangen Atteste, wenn Schüler*innen fehlen.
Manchmal schließen in den Schulen sogar die Türen ab.

Wir sagen:
Kein Mensch soll in den Krieg gehen müssen.
Wir sind gegen Aufrüstung.
Wir sind gegen Krieg.
Niemand ist ein Held, wenn er tötet.

Die Welt geht vor die Hunde und unsere Regierung kommt mit Aufrüstung und der Wiedereinführung der Wehrpflicht daher. Überall werden Gelder gekürzt, Merz erzählt uns vom Sparen für den Wohlstand dieses Landes, gleichzeitig werden 100 Milliarden für die Aufrüstung der Bundeswehr ausgeben.

Junge Menschen müssen gegen ihren Willen einen Musterungsbogen ausfüllen. Das Ganze wird auch noch in „Diversity“ verpackt, denn Männer müssen, aber Frauen dürfen auch für „ihr Land“ morden und sterben. Auch das sogenannte Militärsgeschlecht wird eingeführt: Alle Menschen, die über das Selbstbestimmungsgesetz ihren Geschlechtseintrag von „männlich“ ändern lassen haben, müssen diesen Bogen ebenfalls ausfüllen. Die Bundeswehr ist durchsetzt mit rechten Chatgruppen, Gewaltverbrechen und Faschos. Also nichts, wo Menschen, die dem „alpha male mindest“ nicht entsprechen, in irgendeiner Weise sicher wären.

Millionen werden ausgegeben, um die Bundeswehr wieder hip zu machen. Serien sollen veranschaulichen, wie cool doch die Ausbildung zum*r Mörder*in ist. Selbst beim Brötchenkauf ist eins nicht mehr sicher vor der Werbung der Militarisierung. Währenddessen werden Schulgelder gekürzt und soziale Projekte aus Geldmangel eingestampft. Damit zerstört die Regierung die Möglichkeiten einer Perspektive für viele Jugendliche, sodass die Bundeswehr oft der einzige Ausweg aus einem Teufelskreis aus schlechten Bildungschancen und prekären Lebensrealitäten ist. So verkauft sich die Bundeswehr als Retterin in der Not, das Exitschild in der Landkarte der beschissenen Weltlage.

Aber viele junge Leute wehren sich, gehen zu Streiks gegen die Wehrpflicht und auf die Straße! Dem Staat ist das ein Dorn im Auge: Lehrkräfte verhängen plötzliche Attestpflichten für solche Tage, Schulen führen Taschenkontrollen wegen Plakaten ein und Direktor*innen verschließen ganze Schulen, damit Schüler*innen nicht aus dem Gebäude zum Streik gehen können.

Wir sagen, dass kein Mensch für irgendeinen Staat in den Krieg ziehen sollte! Gegen die Aufrüstung, den Krieg und dem geglaubten Held*innentum, wenn andere ermordet werden!