Textsammlung zum 1. Mai 2026

Hamburg enteignen
Manche große Firmen besitzen sehr viele Wohnungen.
Zum Beispiel: Vonovia, Nordelbe und Deutsche Wohnen.
Viele Menschen finden das nicht gut.
Sie sagen: Die großen Firmen sollen die Wohnungen abgeben.
In Hamburg sind im Winter viele Menschen gestorben.
Sie haben auf der Straße gelebt und kein Zuhause gehabt.
Gleichzeitig stehen viele Wohnungen leer.
Es sind fast 20.000 Wohnungen.
Die Firmen wollen mit den Wohnungen Geld verdienen.
Sie denken nicht an die Menschen, die eine Wohnung suchen.
Es ist sehr schwer, eine Wohnung in Hamburg zu finden.
Manche reiche Menschen haben viele Häuser und Wohnungen.
Sie verdienen bene Geld mit Wohnungen, die sie vermieten.
Es gibt eine Idee. Diese Idee heißt: „Housing First“.
Das spricht man: Hausing First.
Das bedeutet: Menschen ohne Zuhause bekommen zuerst eine Wohnung.
Dann bekommen sie weitere Hilfe.
Der Senat von Hamburg will diese Idee nicht.
In anderen Ländern hilft es aber.
Jeder Mensch soll sicher wohnen können.
Jeder Mensch braucht einen Ort, wo er sich wohl und sicher fühlt.
Manche Menschen gehen selbst in leere Wohnungen.
Das nennen Leute: Besetzen.
Die Polizei kommt dann schnell und räumt die Wohnungen.
Sie geht dabei oft sehr streng vor.
Auch besetzte Häuser, die es schon lange gibt, werden geräumt.
Das passiert, obwohl es nicht nötig ist.
Durch Besetzungen bekommen Menschen manchmal ein temporäres Zuhause.
Das hilft gegen Wohnungslosigkeit.
In Hamburg gibt es fast 4.000 Menschen ohne Zuhause.
Es gibt aber 20.000 leere Wohnungen.
Das ist ein Problem.
Wir finden: Wohnungen sollen für alle da sein.
Es soll nicht Firmen geben, die vielen Wohnungen besitzen und damit Geld verdienen.
Die Politik soll die Wohnungen für alle Menschen bereitstellen.
Vonovia, Nordelbe und Deutsche Wohnen - vor nicht allzu langer Zeit war der Aufschrei nach Enteignung dieser Großkonzerne überall zu hören.
Während allein diesen Winter in Hamburg mindestens 28 Menschen auf der Straße gestorben sind, stehen knapp 20.000 Wohnungen leer. Mietkonzerne scheißen auf die Bevölkerung und haben nur ihren eigenen Profit im Blick: Der Wohnungsmarkt in Hamburg ist desaströs, eine bezahlbare und geeignete Wohnung zu finden eigentlich unmöglich. Derweil sitzen Bonzen in ihrem dritten Haus in Blankenese und scheffeln Geld durch ihre 30 Airbnbs.
Das Konzept „Housing first“ wird vom Hamburger Senat komplett boykottiert, obwohl es in anderen Ländern seine Wirkung zeigt: Selbst innerhalb des Kapitalismus ist es möglich, Menschen zuerst eine Unterkunft zu geben, die keine dreckige Notunterkunft für 7 Stunden pro Nacht ist, um sie dann in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten. Jeder Mensch hat ein Recht auf Sicherheit und Geborgenheit in den eigenen vier Wänden.
Nehmen Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand und bewohnen einfach den Leerstand, wird kriminalisiert. Für Besetzungen werden riesige Polizeiaufgebote mobilisiert, um eine Räumung so schnell und brutal wie nur möglich herbeizuführen. Selbst jahrzehntealte Squats sind nicht mehr sicher und werden ohne jede Notwendigkeit angegriffen. Dabei ist es gerade die Aktion der Besetzung, die das Problem der Wohnungsnot so direkt lösen kann wie kaum eine andere Maßnahme.
Knapp 4.000 Obdachlose und 20.000 leerstehende Wohungen passen für uns nicht zusammen! Die Vergesellschaftung von Wohnraum und damit die Zerschlagung der Wohnkonzerne ist längst überfällig!