1. Mai 2026

Anarchismus wagen – Dystopien bekämpfen

Die alte Welt geht kaputt.
Das passiert laut und sichtbar.
Viele Menschen schauen auf Bildschirme.
Auf den Bildschirmen sieht man schlimme Dinge.
Man sieht, wie Leben endet.
Schlimme Bilder kommen immer wieder.
Neue schlimme Sachen ersetzen die alten Bilder.
Man sieht Rauch am Himmel.
Es ist eine schwere Zeit.

Die Politiker nennen das „viele Krisen“.
Sie sagen damit: Es gibt viele Probleme.
Sie versuchen, nett zu klingen.
Die Politiker leben gut in ihren großen Häusern.
Sie haben wenig Sorgen.

Um ihr System zu schützen, machen sie schlimme Dinge.
Sie benutzen Gewalt.
Sie möchten, dass arme Menschen ruhig bleiben.
Das System hält Menschen leise.

Wer arbeitet und Geld verdient, hat Probleme.
Milliardärinnen und Milliardäre leben anders.
Sie haben viel Geld.
Sie haben gute Sachen wegen diesem System.
Neue Technik soll Menschen ersetzen.
Wir sollen nur Zahlen und Daten sein.
Wir sollen nur Produkte sein.
Der Kapitalismus hat oft versprochen, dass es allen besser geht.
Die Versprechen wurden nicht gehalten.

Manche Menschen wollen nicht arbeiten.
Manche passen sich nicht an.
Manche kämpfen gegen Faschismus.
Diese Menschen werden oft bestraft.
Die Polizei und das Gefängnis halten sie auf.
Die Anklage gegen Anarchismus ist unfair.
Die Reichen machen selbst viel kaputt.

Anarchist*innen sind traurig über die Welt.
Wir verlieren viel.
Aber wir glauben weiter an unsere Ideen.
Kein Präsident, kein Militär und kein soziales Netzwerk kann uns das wegnehmen.
Wir träumen von einer Welt ohne Chefs.
Menschen sollen gleich sein und sich frei treffen.
Wir geben nicht auf.
Wir kämpfen gegen diejenigen, die von der schlechten Welt profitieren.
Wir setzen uns für eine bessere Welt ein.

Unsere Kämpfe sind manchmal klein.
Sie finden an verschiedenen Orten statt.
Sie passieren aber überall auf der Welt.
Wenn wir zusammen kämpfen, gibt es Hoffnung.

Wir geben nicht auf.
Wir sind nicht verzweifelt.
Wir wollen eine bessere Welt.
Kommt am 1. Mai auf die Straße!

Die alte Welt liegt im Sterben. Nicht geräuschlos, sondern im Spektakel: Eine Menschheit gefesselt an Bildschirme, auf denen im Sekundentakt dem Leben ein Ende gemacht wird. Traumatisierende Bilder sofort verdrängt durch neue Schrecken. Rauch zieht auf an allen Horizonten; es ist die Zeit der Monster.

„Multiple Krisen“ nennen Herrschende es beschwichtigend und meinen nur den nächsten Teil der Katastrophe, inmitten derer sie sich in ihren Palästen so gemütlich eingerichtet hatten. Unsägliche, immer raffiniertere Gewalt ist nötig, um Menschen, die kaum noch etwas zu verlieren haben, zurück auf ihren Platz zu verweisen und das System zusammenzuhalten.

Wer lohnabhängig ist, lebt in unlösbarem Widerspruch zur Welt der Milliardär*innen. Tech-Faschist*innen können es kaum erwarten, uns, die wir unsere Arbeitskraft verkaufen müssen, endlich loszuwerden. Wir scheinen verdammt, nur ein Produkt, eine Zahl, eine Ansammlung von Daten zu sein. Jedes einzelne schillernde Versprechen des Kapitalismus ist gebrochen worden.

Arbeitsverweigerung, Nicht-Anpassung und auch antifaschistische Praxis werden in Schach gehalten mit Knast und Polizei. Eine Lust an der Zerstörung als Vorwurf gegen den Anarchismus erscheint als Farce im Angesicht dessen, was die herrschende Klasse tagtäglich ungestraft anrichtet.

Als Anarchist*innen sind wir voll Trauer über eine Welt, die uns verloren geht. Aber wir wissen auch, dass kein*e Präsident*in, kein soziales Netzwerk, kein Militär der Welt uns unsere Überzeugung nehmen kann: Eine Vision gleichberechtigter Menschen, die sich frei assoziieren. Anstatt uns dem Spektakel zu ergeben, bekennen wir uns also lautstark zu unserer Feindschaft gegenüber allen Profiteur*innen und Handlanger*innen der Dystopie. Zum sozialen Krieg und zur Menschlichkeit revolutionärer Gegengewalt.

Zwar schwelen unsere Kämpfe bloß an vereinzelten Orten, dafür aber weltweit - und wo wir sie zusammenführen, zünden sie Leuchtfeuer der Hoffnung auf eine andere Welt an.

Gegen das Aufgeben und Verzweifeln; für das Wagnis einer besseren Welt! Auf die Straße am 1. Mai!

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